Dalton-Konzept: Unterricht der Zukunft?

Dalton – was ist das? Im Dalton-Unterricht werden die Schülerinnen und Schüler nicht nach einem starren Lehrplan unterrichtet, sondern erhalten individuelle Unterstützung und Anleitung von ihren Lehrkräften. Diese Methode basiert auf Forschungen von Reformpädagogin Helen Parkhurst, die aus Zeitmangel in der Stadt Dalton, USA, für ihre Schüler Pläne entwarf, mit denen sie selbständig lernen konnten und der dazu beitragen sollte, dass die Schüler ein tieferes Verständnis der Themen erlangen und ihre Lernmotivation steigern sollte. Dabei arbeiten die Schüler selbstständig an in dem Daltonplan festgelegten Lernzielen. Die Schüler werden dazu ermutigt, ihr eigenes Lernen zu organisieren und ihre Lernfortschritte selbst zu überwachen. Ein Daltonplan hält die Lernziele und Aufgabe fest und ist über das Schuljahr in fünf- bis sechswöchige Phasen unterteilt.

Vorteile liegen insbesondere im Bereich des Forderns leistungsstarker und selbstverantworteter Schüler. So liegt der Umfang in der Bearbeitung der Aufgabe immer auch im Ermessen des Schülers. Insbesondere kann sich im selbstverantworteten Lernen auch kreativer mit neuen Konzepten auseinandergesetzt werden, so kann die Lehrkraft zum Beispiel Collagen, Recherchen und Präsentationen auch kooperativ anfertigen lassen ohne Unterrichtszeit hierfür zu verlieren.

Zusammenfassung der Vorteile: Individualisiertes Lernen, Selbstständigkeit/Verantwortung, Motivation, Zusammenarbeit, Flexibilität

Die Nachteile beginnen jedoch bereits dort, wo die Schüler nicht dazu in der Lage sind, sich selbst zu organisieren. Bei der bloßen Anzahl an Fächern im deutschen Schulsystem ist es schwierig, bei den Plänen für jedes Fach den Überblick zu behalten. Oftmals gerät das Daltonkonzept auch zum Nachteil, da andere Schüler oder Tätigkeiten (wie z.B. das Smartphone) von den Aufgaben abhalten und man so in eine immer wiederkehrende Phase des Aufschiebens gerät. Gerade leistungsschwächeren Schülern fehlt zunehmend die Unterstützung und gezielte Hinführung und Verbesserung durch eine Lehrkraft.

Zusammenfassung der Nachteile: Mangelnde Struktur, Zeitmanagement, Überforderung, mangelnde Unterstützung

Aus Lehrersicht lassen sich darüber hinaus neben einer Abkehr vom Frontalunterricht nur wenige weitere Vorteile finden. Es überwiegt die Schwierigkeit der Bewertung der Aufgaben in einem Schulsystem, in dem Differenzierung zwar verlangt, jedoch letztendlich nicht richtig umgesetzt werden kann, da spätestens zur Erlangung eines Abschlusses vergleichende, normierte Noten vorausgesetzt werden. Darüber hinaus folgt eine höhere Arbeitsbelastung, durch die Erstellung von Daltonplänen und Aufgaben, so dass die Schüler sich auch selbst kontrollieren oder zumindest eine knappe Rückmeldung bekommen können. In einer heterogen zusammengesetzten Klasse wird es schwierig, allen Schülern mit ihren Bedürfnissen im Sinne von Daltonaufgaben gerecht zu werden und zeitgleich curriculare Vorgaben einzuhalten.

Das Dalton-Konzept als Unterricht der Zukunft? So, wie es nach bisherigem Wissensstand gedacht ist, im deutschen Schulsystem nichts weiter als eine gute Idee, die in der Umsetzung scheitert, lediglich die Schüler fördert, die sowieso schon gut sind und die hinten runter fallen lässt, die mehr Unterstützung brauchen.

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